Ladenöffnungszeit und Umsätze
Zwischen Mitte November 2006 und Mitte März 2006 ist in vielen Bundesländern ein neues Ladenschlussgesetz in Kraft getreten, nachdem auf Bundesebene am 09. November 2006 beschlossen wurde, dass eben der Ladenschluss Ländersache ist. Dadurch konnte jedes Bundesland in seiner Gesetzgebung individuell auf regionale Bedürfnisse eingehen. Insgesamt gibt es nun bundesweit längere Ladenöffnungszeiten. Aus einer recht aktuellen Studie geht hervor, dass aber eben diese sich im Einzelhandel nicht rechnen würden. Laut dieser Studie hat es in 2007 einen Umsatzrückgang gegeben. Der soll nach Aussage eines Vertreters des Deutschen Einzelhandels allerdings nach Preisbereinigung auf die Mehrwertsteuererhöhung zurückzuführen sein. Da die Verbraucher insgesamt in 2007 mehr ausgegeben haben, seien die Bruttoumsätze nominal sogar um fast ein Prozent gestiegen, was wiederum auf die längeren Ladenöffnungszeiten zurückzuführen sei. Auch mehr Arbeitsplätze sind nachweislich entstanden. Die Bundesagentur für Arbeit verzeichnete sechzig tausend Neueinstellungen, wovon etwa die Hälfte versicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse sind. Das dürfte dem Einzelhandel doch gut gefallen, da der Umsatz zumindest nicht zurückgegangen ist. Dass dadurch auch investiert wurde, dürfte nahe liegen. Denn moderne Registrierkassen und Kassensysteme sind neben gut qualifizierten Mitarbeitern enorm wichtig. Gerade in großen Unternehmensgruppen ist es sehr gut, wenn Kassensysteme die tägliche Abrechnung erleichtern, die Umsatzzahlen ohne Verzögerung in der Buchhaltung des Konzerns verarbeitet werden und Filialen untereinander verglichen werden können. Allerdings dürfte die Finanzkrise in diesem Jahr eine erhebliche Umsatzbremse darstellen und spätestens im kommenden Jahr 2009 viele Arbeitsplätze – eben auch im Einzelhandel – gefährden. Allerdings muss es nicht zwangsläufig dazu kommen, denke ich. Klar, im Prinzip gibt es bei Krisensituationen erst einmal seitens der Kunden eine Kaufzurückhaltung. Frei nach dem Motto „spare in der Zeit, dann hast du in der Not“. Und genau das könnte dann erst recht einen spürbaren Umsatzrückgang – im Einzelhandel ebenso wie in der auch betroffenen Automobilbranche – nach sich ziehen. Aber wenn die Kunden mutig sind, und Anschaffungen jetzt tätigen, wo die Preise ohnehin wieder heruntergehen, muss es nicht dazu kommen. Und dann wird auch der Einzelhandel nichts einzubüßen haben. Allerdings glaube ich auch, dass Gastronomie und Touristikgewerbe durchaus unter spürbaren Umsatzrückgängen zu leiden haben. Denn in diesen Bereichen sparen die Verbraucher in aller Regel zu erst. Und wenn dann ausgerechnet kurz vor der großen Krise investiert wurde, ist es für die Betriebe nochmals schlimmer, da sie ihren finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können. Allerdings ist das momentane Weihnachtsgeschäft für alle noch eine gute Zeit vor der Flaute. Besonders im Münsterland wird erwartet, dass das Ergebnis des Weihnachtsgeschäfts aus dem Vorjahr noch übertroffen wird. Und bisher scheint das auch der Fall zu sein. Denn auch bundesweit sind die Einzelhändler mit den bisherigen Umsätzen durchaus zufrieden. Denn neben dem eigentlichen Produktverkauf im Geschäft vor Ort bieten viele Händler ihre Waren auch online im Internet an. Und gerade hier wird ein enormes Umsatzplus erwartet. Da dürfte bei so manchem Händler ordentlich die Kasse klingeln. Insbesondere die Unterhaltungselektronik wird mit einem zu erwartenden Umsatzplus bewertet.