Hotel in Vereinsträgerschaft
Chancen- und perspektivlose Jugendliche gibt es reichlich. Leider. Aber hier gibt es eine neue Idee: nicht die Jugendlichen ins Gefängnis - aus dem Gefängnis ein Hotel machen, in welchem eben jenen Jugendlichen Chancen und Perspektiven aufgezeigt und angeboten werden sollen. Kasse machen ist die Überlegung - im Sinne des Umsatz machens wie im Sinne des geistigen und moralischen “Kassen- Sturzes” bei den Jugendlichen. Um den Jugendlichen einen Absturz vorzubeugen oder ín letzter Konsequenz zu verhindern. Jedenfalls soll in München ein Gefängnisgebäude, welches übrigens unter Denkmalschutz steht - zu einem Hotel umgebaut werden, wie bereits im Mai 2008 eine online- Zeitung aus der Hotelbranche berichtete. Ein Münchener Verein für Menschen in sozialer Not hat die Idee, das Gefängnisgebäude zu kaufen und für mehrere millionen Euro umzubauen. Das klingt nicht nur gut nach Arbeits- und Ausbildungsplätzen, in derer Konsequenz bei den potenziellen Stelleninhabern am Monatsende die private Kasse zumindest nicht ganz so leer ist. Sicher ist es noch nicht, dass der Verein Träger des Vorhabens wird. Aber wenn, dann könnte auch in der Vereins- Kasse ein vielleicht klaffendes Loch verkleinert oder gar geschlossen werden. Sollte ein Hotel in Vereins- Trägerschaft laufen, muss natürlich besonders beachtet werden, dass sich vereinsrechtlich gesehen niemand bereichert. Erwirtschaftete Überschüsse - möglich auch durch modernste Kassensysteme und andere Einrichtungswerte - sind im Projekt zu reinvestieren. Im Frühjahr 2009 sollen die letzten Häftlinge das derzeit noch “bewohnte” Gefängnis räumen und in anderen JVA’s ihre Reststrafe verbüßen. Dann soll auch das Bieterverfahren starten. Der Verkauf des Gebäudes tut der Kasse der Landesregierung sicher nicht schlecht - lässt sich doch mit dem Erlös ein Loch in der Landes- Kasse zumindest verkleinern. Und sollte eben genannter Verein den Zuschlag bekommen, soll bis 2011 eben aus dicker “Knastluft” edles Ambiente in einem hochkarätigen Hotel entstehen. Die dahinter steckende Idee des Vereins ist gar nicht übel: Jugendlichen und jungen Erwachsenen Chancen ermöglichen. Ausbildung und Anstellung anbieten, eine gewisse Sicheheit ist gegeben, schon durch die Trägerschaft in einem Verein. Sicher muss im Betrieb des Hotels das Kassensystem einwandfrei auf vereinsrechtliche Vorgaben eingerichtet werden. Aber da gibt es bestimmt entsprechende Software. Und auch hier wie in der freien Wirtschaft gibt es wahrscheinlich Vernetzungsmöglichkeiten. Gästebuchungen können im Kassensystem im Voraus Konten für den Aufenthalt vormerken, Vernetzungen von der Kasse zum Lagerwesen der hauseigenen Gastronomie und zur Personalplanung für Zimmermädchen und andere Mitarbeiter sind in jedem Fall möglich. Somit kann gegebenenfalls schon im Voraus geplant werden, wie der Dienstplan aussieht und ob im Zweifelsfall noch zusätzliches Personal eingestellt werden muss. Natürlich muss auch ein Verein kaufmännisch denken, handeln und arbeiten. Zu viel Personal belastet die Kasse ebenso wie zu hoher Energieverbrauch oder überschüssige Rohstoffeinkäufe für die Küche. Zu wenig von allem vergrault Gäste, die dann nicht wieder kommen. Das wäre eine mittelfristige Kassenbelastung. Jedoch sind erwirtschaftete Überschüsse nicht dafür vorgesehen, zum Beispiel der Geschäftsführung horrende Gehälter aufzustocken oder anderweitig Bereicherungen vorzunehmen. In Vereinsträgerschaft sollte reinvestiert werden.